Anwender: Gebrüder Schuon Logistik GmbH
Branche: Logistik
Lösung:
Hersteller/Implementierungspartner: PFU, Scannersparte von Fujitsu
Betriebssystem/Angebundene Systeme (Schnittstellen):
Intralogistik Cloud Services auf Basis des Materialfluss-System "ix4" von LogistikBroker
Einsatzgebiete der Lösung: Kommissionierung
Ausgangssituation:
Um Schwankungen im Logistikgeschäft besser auszugleichen, Kosten zu senken und flexibler zu agieren, setzte Schuon beim Materialfluss-System auf Cloud Services. Für das Kommissionieren sollten statt teurer Barcode-Scanner Dokumentenscanner eingesetzt werden.
Anforderungen:
Integration papierbasierter Dokumente in die digitale Prozesskette. Konkrete Anforderungen an die Dokumentenscanner: Bewältigung hoher Scan-Volumen, sehr gute Lesegenauigkeit und einfache Bedienbarkeit.
Probleme bei der Umsetzung: keine
Projektlaufzeit: 4 Wochen
Budget: k.A.
Einkaufen macht Spaß. Familie Maier zum Beispiel hat eben einen neuen Kühlschrank bestellt. Doch wie kommt die "weiße Ware" vom Hersteller in die Küche des Kunden? Von den Prozessen, die dahinter stecken, hat Familie Maier keine Ahnung. Das Einzige was sie interessiert: Der Kühlschrank soll möglichst schnell geliefert werden. Hier beginnt die Arbeit von Logistikdienstleistern wie der Gebrüder Schuon Logistik GmbH aus dem schwäbischen Haiterbach. Das Unternehmen verfügt über eine Lagerfläche von 75.000 Quadratmetern, hat über 150.000 Paletten-Stellplätze und bewältigt mit 75 Mitarbeitern täglich 4.000 Paletten- und 8.000 Paketbewegungen.
Zu den Kunden zählen mittelständische Betriebe ebenso wie weltweit operierende Produktions- und Handelsunternehmen. Der Dienstleister arbeitet beispielsweise mit eBay-PowerSellern zusammen oder Traditionshäusern wie der Koch, Neff & Oettinger Verlagsauslieferung, für die er etwa den Transport des letzten Harry Potter-Bandes in die Buchhandlungen übernommen hat. Als Fulfillment-Anbieter verantwortet er den ganzen Prozess der Auftragsabwicklung – von der Lagerung und Kommissionierung über den Transport bis zur Auslieferung. Dass hier nichts ohne moderne IT und ein intelligentes Materialfluss-System geht, versteht sich von selbst.
Der Logistikdienstleister ist bei der eingesetzten Technologie stets auf der Suche nach dem besseren Service und der Optimierung von Prozessen und Kosten. Cloud Computing, intelligente Kommissionierung mit Scan-to-Cloud und Kanban-Technologie heißen dabei die Schlagworte. Eine wichtige Rolle bei der Kommissionierung spielen Dokumentenscanner von Fujitsu. Damit integriert der Intralogistik-Experte papiergebundene Informationen in digitale Prozesse und verbindet sie mit seinen Logistik-Anwendungen in der Cloud.
Das Lager optimal auslasten, Suchzeiten und Laufwege reduzieren, interne Transporte optimieren, Logistikprozesse vollständig dokumentieren – all dies ist heute undenkbar ohne Logistiksoftware. Doch die Lizenzgebühren für die anspruchsvolle Software sind ein gewichtiger Kostenfaktor in der Kalkulation. Starre Abrechnungsmodelle sind daher meist nicht mehr zeitgemäß. Logistiker denken und rechnen in Abläufen von Prozessen – etwa dem Einlagern einer Palette oder dem Kommissionieren von Kundenaufträgen – und erwarten von ihrer Software, dass sie ebenso prozessorientiert arbeitet und sich transaktionsbasiert abrechnen lässt. Genau dies erreichen sie mit dem flexiblen Software-as-a-Service-Modell, bezogen aus der Cloud.
Schuon hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und setzt schon heute auf Cloud Computing. Bislang hatte der Dienstleister das Materialfluss-System "ix4" des schweizerischen Anbieters LogistikBroker auf die klassische Art genutzt, sprich dafür Lizenzen gekauft. Nun hat er mit dem ersten seiner Großkunden, der Firma Bachmann – Generalvertretung in Baden-Württemberg für einen namhaften Hersteller von Kühlschränken – die Zusammenarbeit auf Cloud-Basis umgestellt. Alle weiteren Kunden sollen in den nächsten Monaten folgen. Dann wird Schuon Logistik für das Fulfillment die Intralogistik-Software nicht mehr als eine große Lizenz beziehen, sondern ausschließlich verbrauchsorientiert auf die Intralogistik Cloud Services von LogistikBroker setzen: einen der ersten Cloud Services für die Logistikbranche, der auf der Plattform Microsoft Windows Azure basiert.
Zum einen entfallen also die Lizenzgebühren für die Software, zum anderen die Kosten für die Anschaffung und Wartung der zugrunde liegenden Hardware-Infrastruktur. Zusätzlich profitiert der Dienstleister von einem transaktionsbasierten Kostenmodell. Für das neue Modell spricht auch die Flexibilität. Denn die Logistik ist ein sehr saisonales und schwankendes Geschäft, es besteht mal mehr, mal weniger Software-Bedarf. Mit der Cloud können solche Schwankungen besser abgefangen werden.
Neue Wege beschreitet der Logistikdienstleister auch beim Kommissionieren. Statt teurer Barcode-Lesegeräte nutzt er klassische Dokumentenscanner. "Zurück zum Papier" heißt bei Schuon die Devise. Was auf den ersten Blick so aussieht wie ein Rückschritt in das papierne Zeitalter, ist jedoch tatsächlich ein Fortschritt. Denn die Kommissionierer arbeiten mit "intelligenten" Kommissionierlisten und dem fi-6130-Dokumentenscanner von Fujitsu, der das Papier per Knopfdruck wieder in die digitale Prozesskette integriert.
Das funktioniert so: Auf den Kommissionierlisten kleben verschiedene Barcodes, die sämtliche Informationen enthalten, um den Auftrag ordnungsgemäß auszuführen. Welches Produkt hat der Kunde gekauft? An welche Adresse soll die Ware geliefert werden? Jeder Barcode steht für eine definierte Workflow-Funktion, etwa für eine Buchung, eine Rückmeldung an den Endkunden oder einen bestimmten Versandweg. Generiert wird die Kommissionierliste mit den Barcodes direkt aus dem Logistiksystem, und zwar in dem Moment, wenn dort ein Auftrag angestoßen wird.
Im Lager holt der Kommissionierer die Ware aus dem Regal und löst mit Hilfe der Barcodes die einzelnen Aktionen des Workflows aus. Dies geschieht ganz einfach, indem er die Barcodes markiert oder abzieht und auf das Packstück klebt. Dank Barcode-Methode kann der Kommissionierer auch vor Ort im Lager Entscheidungen treffen, zum Beispiel, über welchen Versandweg die Ware zum Kunden kommen soll. Als letzten Schritt im Fulfillment-Prozess unterschreibt der Mitarbeiter die Kommissionierliste und scannt sie ein.
Der Scan-Vorgang führt das Papierdokument auf intelligente Weise wieder dem digitalen Logistikprozess zu: Dank Scan-to-Cloud gelangen die eingescannten Informationen in das Materialwirtschaftssystem in der "Wolke'". Danach geht alles wieder seinen digitalisierten Gang: Die Logistiksoftware erzeugt einen Paketschein, der Kunde erhält automatisch eine Mail mit der Versandnummer und wenn der ganze Auftrag abgewickelt ist, wandert der Vorgang ins Archiv.
Auf diese Weise verlassen heute 3.500 bis 4.000 Pakete pro Tag das Lager von Schuon Logistik. Das stellt entsprechende Anforderungen an den Dokumentenscanner: Er muss ein hohes Scan-Volumen bewältigen können und eine gute Lesegenauigkeit des Barcodes gewährleisten. Je genauer der Scanner liest, desto besser können die Daten später verarbeitet werden.
Bei dieser Methode überzeugt auch die schnelle Einarbeitung und hohe Benutzerakzeptanz. Der Fujitsu-Scanner leistet dazu seinen Teil, denn er lässt sich denkbar einfach bedienen: Dokument einlegen, Knopf drücken, den Bestimmungsort auswählen, fertig. Ein weiterer Vorteil: Es wird außer einem Dokumentenscanner und einem PC mit Internetanschluss, kein teures Equipment wie bspw. Barcode Lesegeräte benötigt.
Für den letzten Akt, die Auslieferung des Kühlschranks an den Kunden, kommt die Spedition Stickel aus Nagold mit ins Spiel. Diese schlägt jährlich 50.000 Premium-Kühlgeräte um. Auch sie setzt auf die Cloud Services von LogistikBroker. Dank Cloud arbeiten Logistikdienstleister und Spediteur problemlos unternehmensübergreifend zusammen. Um die einzelnen Schritte in der Transportkette abzubilden, nutzen sie so genannte Kanban-Karten. Kanban, wortwörtlich "Karte", steht für ein in Japan entwickeltes System zur flexiblen und dezentralen Steuerung von Produktions- und Logistikprozessen.
Kanban-Karten stoßen jeweils vorgelagerte Prozesse an und sorgen in der Logistik dafür, dass für ausgelieferte Waren im Lager Nachschub bereit gestellt wird. So lassen sich Materialbestände nachhaltig reduzieren und die Lieferfähigkeit erhöhen.
Die Informationen aus der Kanban-Karte lösen in der Logistiksoftware in der Cloud nachfolgende Prozesse aus. (Quelle: Gebrüder Schuon Logistik GmbH)
Auch für diesen Prozess kommen bei Schuon die intelligenten Kommissionierlisten in Kombination mit den Fujitsu Scannern zum Einsatz: Schuon versieht alle Kühlschränke, die sein Lager in Richtung Spedition Stickel verlassen, mit einer Kanban-Karte. Dort muss der Mitarbeiter lediglich die untere Hälfte der Karte abreißen, sie mit seiner Unterschrift versehen und einscannen – und schon ist die Transportkette unternehmensübergreifend abgebildet. Auch der Spediteur nutzt für das Scannen in die Cloud einen Dokumentenscanner von Fujitsu. Die Informationen aus der Kanban-Karte lösen in der Logistiksoftware in der Cloud nachgelagerte Prozesse aus, beispielsweise die Aktualisierung der Warenbestände. Auch von der rechtlichen Seite ist die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Cloud wasserdicht. Denn alle Beteiligten können jederzeit nachvollziehen, wer die Kommissionierliste unterschrieben und eingescannt hat.
Mit dem Cloud Computing-Projekt auf Basis von Microsoft Windows Azure macht sich Schuon Logistik zum Vorreiter für eine ganze Branche: Cloud Computing in Kombination mit Scan-to-Cloud und der Steuerung unternehmensübergreifender Prozesse per Kanban-Karte bietet der Logistik neue Chancen. Und auch der Kunde profitiert von einem effizienten Lieferprozess.
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