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Einfache Planung zur Einführung eines DMS oder ECM - Teil I
Teil 1 von 3: Von Beratern, dem richtigen Projektstart und der Budget-Frage Berater springen ein, wo das notwendige Know-how fehltNicht jeder Mitarbeiter ist ausgebildeter DMS/ECM-Spezialist. Woher bekommt man also eine Ahnung, auf was man achten muss, wie und welche Anforderungen man dokumentiert, wie das Projekt aufzubauen ist und welche Anbieter es gibt?Ist kein fachliches Know-how, dafür aber etwas Kapital vorhanden, empfiehlt es sich, ein unabhängiges Beratungsunternehmen einzuschalten. Es stehen zahlreiche seriöse Unternehmen zur Auswahl, wie die BARC GmbH, dsk Beratungs-GmbH, Pentadoc, Project Consult oder Zöller & Partner. Es gibt natürlich noch einige mehr, es würde aber zu weit führen, alle zu nennen. Informationen zu Beratern, aber auch zu Anbietern, sind bei Verbänden erhältlich, z.B. dem VOI - Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. DMS-Anbieterübersichten sind in der Regel bei den genannten Beratungsunternehmen und Verbänden verfügbar. Ebenso gibt es noch einige Web-Seiten mit Marktübersichten, die zusätzliche Informationen bieten, wie www.Contentmanager.de, www.Documanager.de oder www.Benchpark.de. Einführung einer DMS/ECM-Software ist immer ein ProjektDie Einführung eines Software-Produktes muss als Projekt durchgeführt werden. Ein Projekt bedeutet eine Planung und strukturierte Durchführung des Vorhabens. Es ist keinesfalls mit dem Kauf einer Software "erledigt".Die Einführung einer Software ist mit umfangreichen Maßnahmen und einschneidenden Veränderungen in einem Unternehmen verbunden:
Die problematische Budget-FrageOft werden Vertriebsmitarbeiter von Software-Lösungen am Telefon gefragt: "Ihre Software sieht gut aus, wie teuer ist die denn?". Das ist der Zeitpunkt, an dem der Vertriebsmitarbeiter die Augen verdreht. Schließlich geht man auch nicht zu einem Autohändler und fragt den Verkäufer: "Ich will ein Auto kaufen, wie teuer ist das denn?". Denn darauf wird man verschiedene Antworten erhalten, aber keinen konkreten Preis. Es sei denn, er hat DEN alten Golf, den er dringend loswerden will. Der Autoverkäufer muss viele Faktoren kennen, um einen Preis zu nennen. Genauso geht es dem Software-Vertriebsmitarbeiter – der Kauf eines Autos lässt sich also gut mit dem Erwerb eines DMS/ECM-Systems vergleichen.Häufig machen Interessenten nicht nur den Fehler, zu erwarten, dass es "aus dem Ärmel geschüttelt" einen Preis für eine Lösung gibt – das ist schon aufgrund der höheren Komplexität nicht möglich. Darüber hinaus vergessen sie erstaunlicherweise auch oft, ihre Einsparungen durch die Nutzung einer IT-Lösung zu berechnen. Denn in der Regel "verbrennen" Unternehmen pro Monat pro zehn Mitarbeiter die Kapazität von zwei bis drei Mitarbeitern, alleine nur durch das Suchen von Dateien und Informationen. Hier eröffnen sich enorme Einsparpotenziale. Wird allein dieses Geld zusammengerechnet, ergibt sich bereits ein Anhaltspunkt für den möglichen Investitionsrahmen für eine Software-Lösung. Viele Unternehmen nehmen keine Budgetierung vor, insbesondere der untere Mittelstand und kleine Unternehmen. Somit müssen sie Geld zusammensuchen, welches sie ausgeben können, und eine Lösung im ECM/DMS-Sektor bedeutet in der Regel eine aufwendigere Einführung und damit erhebliche Investition. Um eine möglichst realistische Preisvorstellung zu bekommen, sollten zunächst alle Anforderungen und Rahmenbedingungen zusammengestellt und den Vertriebsmitarbeitern genannt werden. Auf dieser Grundlage können sie konkrete Kosten nennen. Für die Berechnung des Einsparpotenzials der Lösung reicht es meist schon, simple Material-, Zeit- und Personalkosten zusammenzuzählen. Eine solche Rechnung kann Entscheidern helfen und für eine bessere Budgetierung sorgen. Zu bedenken gilt es außerdem, dass neben den quantitativen Einsparungen auch nicht quantifizierbare Verbesserungen, z.B. ein Qualitätsgewinn und beschleunigte Prozesse im Unternehmen, mit ins Gewicht fallen. Besteht man trotzdem im Vorfeld auf einen Preis vom Anbieter, handelt es sich dabei maximal um eine grobe Einschätzung. Entweder ist der Preis aus Sicherheitsgründen so überzogen, dass dieser außerhalb eines bezahlbaren Rahmens liegt (obwohl die Lösung von allen am Besten die Anforderungen erfüllen würde), oder der Preis enthält viele Leistungen nicht, damit er ausreichend niedrig ist, um "im Boot" für das Projekt zu sein. Deshalb ist es wichtig, zuerst die Anforderungen zu definieren und die Einsparungen zu ermitteln, und dann die Angebote zu bewerten. Es gibt doch so viele kostenlose Lösungen?Ein wunderbares, heikles Thema ist der Konflikt zwischen kommerziellen Produkten und augenscheinlich kostenlosen Lösungen, wie Open Source.Softwareprodukte für Unternehmen werden in der Regel nicht aus Wohltätigkeit entwickelt. Fast alle Produkte – kostenpflichtig oder augenscheinlich kostenlos – sind kommerziell. Hinter einem Produkt sollten ein Unternehmen und seine Mitarbeiter stehen. Das Unternehmen muss sich finanzieren. Die Finanzierungsart ist dabei unterschiedlich. Es gibt zahlreiche Modelle für kommerzielle oder freie Lösungen, beispielsweise:
Viele kostenlose oder kostengünstige Lösungen entpuppen sich oft später durch umfangreiche Dienstleistungen und Folgekosten als teurere Lösung. Daher ist es sehr wichtig, dass der Anbieter ALLE notwendigen Kosten, z.B. über fünf Jahre, mit allen Leistungen in seinem Angebot aufführt. Beispielsweise kann ein Servicevertrag für Updates und Support pro Jahr mit 10% vom Lizenzwert mit unlimitierte Anzahl von Supportanfragen deutlich günstiger sein, als limitierte teure Support- und Dienstleistungskontingente freier Softwarelösungen. Ebenso fehlen bei den freien Softwarelösungen oft gute Dokumentationen. Anpassungen, die kommerzielle Lösungen schon als Funktionen beinhalten, sind meistens nur gegen kostenpflichtige Dienstleistungen erhältlich. So entpuppt sich eine kommerzielle Lösung oft nach einiger Zeit schon als deutlich günstiger als anfänglich kostenfreie Softwarelösungen. Dies ist eine wichtige Basisinformation für eine erfolgreiche Kaufentscheidung ohne böse Überraschungen. Welche Informationen noch vor einer endgültigen Entscheidung zusammenzutragen sind, wie man Anforderungen definiert und einen realisierbaren Zeitrahmen aufstellt, wird im zweiten Teil berichtet, der am 25. August erscheint. 08/2008, Jens Büscher
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