Fitnessprogramm für die Fakturierung

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Die elektronische Fakturierung schafft die Grundlage kompakter und schneller End-to-End-Geschäftsprozesse vom Versender bis zum Empfänger. Auf beiden Seiten werden nicht nur die Abläufe deutlich effizienter, auch die Prozesskosten sinken spürbar.


Ohne Rechnungen läuft im Geschäftsleben nichts

Allerdings stellt das Finanzamt an die Form der Rechnungen hohe Anforderungen – insbesondere dann, wenn der Rechnungsempfänger die Vorsteuer geltend machen will. Dazu sind alle Unternehmer ab einem Umsatz von 16.620 Euro im Jahr berechtigt, vorausgesetzt, sie verfügen über eine ordnungsgemäße Rechnung.

Beim Vorsteuerabzug akzeptiert das Finanzamt auch elektronische Rechnungen. Das Umsatzsteuergesetz (§ 14, Absatz 4 Satz 2) bestimmt, dass zum Vorsteuerabzug eine elektronische Abrechnung ausreicht, wenn diese mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen ist. Für den Empfänger einer Rechnung ist dies schon ein hinreichender Grund, bei seinen Lieferanten auf digital signierten elektronischen Rechnungen zu bestehen.

Auch wenn viele Unternehmen noch zögern: Die Vorzüge der elektronischen Abwicklung liegen auf der Hand. Denn wer den gesamten elektronischen Fakturierungsprozess selbst betreiben will, muss erhebliche Investitionen tätigen und das Personal vorhalten. Zudem sind derzeit verfügbare Signaturkomponenten, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, recht teuer.

Damit aber noch nicht genug. Der Betrieb derartiger Systeme erfordert auch eine überprüfte und zertifizierte Infrastruktur. Diese Zertifizierungen werden typischerweise von Wirtschaftsprüfungsunternehmen durchgeführt und sind dringend erforderlich, um gesetzeskonforme Signaturen erstellen zu können.


Auslagerung einzelner Betriebsbereiche

Statt beträchtlicher Aufwendungen und hoher Fixkosten für den Aufbau einer eigenen Infrastruktur lohnt sich ein Blick auf Lösungen in Form eines Outtasking-Service. Der Vorteil: abgerechnet wird nach Verbrauch. Für viele Unternehmen ist es attraktiver, einzelne Betriebsbereiche auszulagern, denn die Ausgaben für den Dienstleister sind in aller Regel niedriger als die eigenen Betriebskosten. Aus Sicht des Dienstleisters werden die entstehenden Betriebskosten auf alle Kunden aufgeteilt.

Der entscheidende Aspekt: Als zentrale Schaltstelle optimiert der externe Dienstleister den kompletten Fakturierungsprozess vom elektronischen Versand der Rechnungen bis zum automatischen Empfang. Es gibt auf beiden Seiten gesetzliche Vorschriften die zu beachten sind, beispielsweise die elektronische Aufbewahrung der Dokumente, Signatur der Dokumente und Signaturüberprüfung. Der Dienstleister übernimmt dann sowohl für den Versender als auch Empfänger diese Aufgaben. Durch diese ganzheitliche Sicht lässt sich das Nutzenpotenzial über den gesamten Prozess hinweg erschließen.


Höhere Qualität, geringere Fixkosten

In einer End-to-End-Betrachtung ergibt sich bereits durch den elektronischen Rechnungsversand für den Absender ein hohes Einsparpotenzial, denn der zuvor übliche teure und langwierige Postversand entfällt.

Bei einer vollständigen Integration in die betriebswirtschaftlichen Applikationen des Empfängers entfällt bei ihm eine kostspielige und zeitintensive manuelle Erfassung des Rechnungseingangs. Beim elektronischen Rechnungsaustausch erzielt der Empfänger allein schon dadurch einen Effizienzgewinn, indem er die Eingangsrechnungen sofort automatisch weiterverarbeiten kann. Alle Dokumenteninformationen werden automatisch erfasst und direkt an die vorhandenen ERP-Systeme, beispielsweise von SAP, weitergeleitet. Dort können die eingegangenen Rechnungen direkt weiterverarbeitet werden.

Die entscheidende Optimierung ergibt sich durch die Integration des elektronischen Rechnungseingangs in den gesamten Rechnungs-Workflow. Auf den Punkt gebracht zeichnet sich der gesamte Prozess der elektronischen Fakturierung durch eine höhere Qualität, geringere Kosten und schnellere Abläufe aus. So bietet beispielsweise Retarus mit der Out-tasking-Lösung eSign ein umfassendes Paket für den elektronischen Versand und Empfang von Rechnungen.

Der Vergleich spricht für sich: Im Durchschnitt schlägt eine elektronische Rechnung mit 25 Cent zu Buche. Die Preise für papierbasierte Rechnungen schwanken stark, liegen jedoch kalkulatorisch zwischen 1,50 und 4,00 Euro. Auf einen Nenner gebracht, lohnt sich der Umstieg auf den elektronischen Rechnungsversand bereits ab 250 Rechnungen pro Monat.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt: Wer einen derartigen Service nutzt, sollte auf einer Verfahrensdokumentation gemäß GoBS (Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme) bestehen. In ihr sind detailliert die Abläufe und Prozesse vom Versender bis zum Empfänger beschrieben. Sie ist notwendig, um gegenüber den Empfängern einen steuerrechtlich korrekten Signaturprozess zu belegen.


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 1: Elektronische Fakturierung: Gesetzliche Vorgaben und Archivierung

04/2007, Bernhard Hecker



Bernhard Hecker ist verantwortlich für das Produkt-Management bei der retarus GmbH in München.


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