Storage-Strategien und Technologien zum Schutz von Unternehmensdaten

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Business Continuity, Sicherheit und Verfügbarkeit von Daten spielen bei Unternehmen jeder Größenordnung eine zentrale Rolle. Zum einen, um den gesetzlichen Regularien – wie den GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfung digitaler Unterlagen) in Deutschland oder den Richtlinien mit weltweiten Auswirkungen wie dem Sarbanes-Oxley-Act – zu entsprechen und zum anderen, um Anwendungsdaten immer sicher zur Verfügung zu haben. Mit aktuellen Backup- und Recovery-Lösungen können Unternehmen die komplette Bandbreite ihrer Daten sichern: von primären (aktuell genutzten) über sekundäre (temporär genutzte) bis zu tertiären (archivierten) Daten. Die zugrunde liegende Datensicherungsstrategie sollte die Vorteile der verschiedenen Storage-Technologien berücksichtigen.


Herausforderung Datensicherheit

Bei der Entwicklung der passenden Storage-Strategie begegnen IT-Verantwortliche einer Vielzahl von Herausforderungen. Diese haben die US-amerikanischen Technologie-Analysten "Taneja Group" im Auftrag von Overland Storage untersucht. Die Umfrage mit über 200 IT-Managern priorisiert die sieben größten Herausforderungen beim Backup und Recovery:

1. Zuverlässigkeit von Backup- und Restore gewährleisten
2. Backup-Fenster einhalten
3. Recovery-Zeitvorgaben einhalten
4. Datenwachstum managen
5. Betriebs- und Verwaltungskosten reduzieren
6. Anwendungsspezifische Aufgaben unterstützen
7. Mehrfache Backup-Kopien erstellen

Storage-Verantwortliche müssen also für ihr Unternehmen einen "Spagat" vollbringen: Sie sollen die absolute Zuverlässigkeit des Systems gewährleisten und dabei gleichzeitig die Zeit für Backup und Restore verringern – und das bei steigenden Datenmengen und sinkenden Kosten. Die Aufgaben, die IT-Verantwortliche angesichts dieser wachsenden Anforderungen leisten müssen, werden in vielen Unternehmen als selbstverständlich wahrgenommen – auch auf Management-Ebene. Erst wenn ein "Datennotfall" eintritt, etwa Virenbefall, steht die IT-Abteilung und ihre Strategien zur Datensicherung und -wiederherstellung sofort im Kreuzfeuer der Kritik.


Auf gutem Weg zur Business Continuity

Zentrale Faktoren für eine erfolgreiche Business-Continuity-Strategie sind zwei grundlegende Fragen: Wie viele Daten darf ich maximal verlieren und wie schnell muss meine IT nach einem Datenverlust wieder voll einsatzbereit sein?

Hilfestellungen bietet hierfür der britische Standard BS 7799, über den Unternehmen prüfen können, wie sicher ihre IT-Infrastruktur ist. Die Backup- und Recovery-Strategie wird maßgeblich durch die Faktoren "Recovery Time Objective" (RTO) sowie "Recovery Point Objective" (RPO) bestimmt. Die Recovery Time beschreibt dabei das maximale Zeitfenster, dass für eine vollständige Datenwiederherstellung pro Server benötigt werden darf.

Der Recovery Point zeigt auf, wie viele Daten maximal im Falle eines Desasters unwiederbringlich pro Server verloren gehen dürfen. Wird etwa einmal pro Tag ein Backup gemacht und tritt eine Minute vor Beginn des nächsten geplanten Backups ein Datenverlust auf, so gehen alle in den letzten 23 Stunden und 59 Minuten neu erzeugten Daten verloren.

Die über RTO oder RPO definierten maximalen Ausfallzeiten und maximalen Datenverluste sollten, da sie Kernbestandteil der Business-Continuity-Strategie sind, zwischen der Geschäftsführung und dem IT-Management abgestimmt sein. Diese Abstimmung auf Geschäftsführungsebene ist elementar. Denn nur dort kann eine fundierte Entscheidung getroffen werden, wie lange der Ausfall bestimmter Systeme für ein Unternehmen tragbar ist, ohne massive Auswirkungen auf das Gesamtgeschäft nach sich zu ziehen.

Ein Beispiel hierzu ist der Ausfall von produktionsrelevanten Servern bei Unternehmen mit 'Just-in-Time'-Lieferverpflichtungen. Mit dieser strategischen Entscheidungsgrundlage können Unternehmen dann ihre Infrastruktur und den Einsatz von Personal, das für die Datensicherung verantwortlich ist, planen.


Die Wahl der Mittel

Aus diesen grundsätzlichen Anforderungen heraus ergibt sich die Wahl der Backup- und Recovery-Produkte, also Schnittstellentechnologien sowie Hard- und Software.

Hardware-seitig sind auf dem Markt neben Tape-Lösungen – Bandlaufwerken, Autoloadern oder Tape Librarys – auch Festplattensysteme verfügbar. Bandsysteme eignen sich eher zur langfristigen Aufbewahrung, die Festplatten-basierte Hardware empfiehlt sich für die schnelle Sicherung und Wiederherstellung von Daten.

Die Wahl der Technologie richtet sich dabei nach dem Grad der Wichtigkeit der Daten: So werden etwa ältere, wenig genutzte Datensätze auf Magnetbändern archiviert, temporär genutzte Daten auf Festplatten gesichert und unternehmenskritische Informationen auf Disk-Systemen zur sofortigen Wiederherstellung vorgehalten.

Dabei sind diskbasierte Backup-to-Disk-Appliances komplementär zu Tape-Lösungen zu sehen. Der Einsatz einer Festplatten-basierten Lösung entbindet nicht von der Notwendigkeit eines Backups auf Band. Denn nur auf Bändern gesicherte Daten können einfach, sicher und schnell aus einem Rechenzentrum in katastrophengeschützte Räume ausgelagert werden.


Umsetzung der Storage-Strategie

So nutzt beispielsweise Hunt Petroleum, eines der weltweit führenden Öl- und Erdgasunternehmen, eine umfassende Disk-to-Disk-to-Tape-Umgebung (D2D2T). Zum Einsatz kommen dabei Festplatten-basierte Backup- und Recovery-Appliances und Tape Librarys von Overland Storage. Mit dieser Kombination kann Hunt Petroleum seine sensiblen geophysikalischen Daten schneller sichern sowie Speicherkosten und Backup-Zeiten reduzieren. Das plattformunabhängige System vereint die Vorteile von Festplatten und Tapes. Hunt Petroleum kann mit der neuen Lösung, ein komplettes D2D2T-Backup innerhalb von acht Stunden durchzuführen.

Bisher waren für das Backup auf Bandlaufwerke zwei Tage nötig, was die Abläufe des Tagesgeschäfts beeinflusste. Durch das schnelle Unternehmenswachstum von Hunt Petrouleum hatte sich die Menge der geschäftskritischen Daten um 30 Prozent pro Jahr erhöht, so dass hier neue Backup- und Recovery-Lösungen gefragt waren. Das Unternehmen setzt zukünftig seine Produkte von Overland Storage auch als "Tier Two Storage" ein, um die Speichernutzung in einem Fibre Channel SAN (Storage Area Network) zu maximieren.


D2D2T – das Beste aus zwei Welten

Um sämtliche Daten vor Verlust zu schützen, empfiehlt es sich, wie das Beispiel zeigt, bestehende Backup- und Recovery-Strategien zu überprüfen und eine integrierte Gesamtlösung aufzubauen. Diese sollte die Hard- und Software umfassen, die reibungslos miteinander arbeitet und die sich auch leicht in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren lässt.

Dass D2D2T eines der zukunftsweisenden Lösungsansätze ist, zeigen Erhebungen von IDC. Denn sowohl Magnetbänder als auch Festplatten haben ihre Vorzüge und der Bedarf an D2D2T wird in den folgenden Jahren deutlich steigen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Unternehmen können Daten mit D2D2T regelmäßig auf Festplatten-Appliances sichern, wo sie auch für nahezu sofortige Recoverys zur Verfügung stehen und erst zur Archivierung auf Band überspielen.

Damit diese D2D2T-Infrastruktur nahtlos funktioniert, setzen führende Hersteller von Backup- und Recovery-Lösungen auf die Methode des Virtual Tape. Dabei emulieren die Disk-Appliances Bandlaufwerke, sie täuschen also der Backup-Software vor, dass nicht mit Festplatten sondern mit physikalischen Bändern kommuniziert wird. Dies ermöglicht, dass jede Backup-Software ohne zusätzliche, oft kostspielige Plug-Ins, Daten auf die RAID-geschützten Festplatten schreiben kann. Erst wenn die Daten langfristig archiviert werden sollen, kommen sie auf die physikalischen Bänder. Durch den Einsatz der Virtual-Tape-Technologie ist somit die Einführung einer D2D2T-Strategie völlig unabhängig von der momentan genutzten Backup-Software möglich.


Primäre Daten schützen

D2D2T-Lösungen schützen viele Daten zuverlässig. Ein Höchstmaß an Sicherheit erlangen Unternehmen dann, wenn sie ihre primären Daten – analog zum Tiered-Storage-Ansatz – durch spezielle Appliances schützen. Hier kommen Disk-Produkte zum Einsatz, die unter anderem mit so genannter Snapshot-Technologie aufwarten. Primäre Daten sind die Daten, die stets hochverfügbar vorliegen müssen, etwa Produktions- oder Logistikrelevante Daten. Die Technologie macht in kurzen Zeitintervallen Momentaufnahmen ohne traditionelle Backup-Server oder -Software, die im Fall des Falles sofort wieder hergestellt werden können.

Die Geschwindigkeit wird hier maßgeblich durch die verwendete Datenübertragungstechnologie bestimmt. Denn je nach Schnittstellentechnologie – also etwa Glasfaser, IP-basiertes SCSI oder SAS – erfolgt der Datenaustausch unterschiedlich schnell. Generell ist das Snapshot-Verfahren eine Methode, mit der Anwender überflüssige Kopien von Daten zwischen Prozessen vermeiden können, da nur tatsächliche Änderungen neu gespeichert werden – das spart Speicherplatz und geht schnell. Durch dieses Vorgehen können Storage-Manager nach einem Störfall einen beliebigen Snapshot aufrufen, der vor dem Zeitpunkt des Datenverlustes oder deren Korruption liegt, und durch das Einspielen dieses "Schnappschusses" eine schnelle Wiederverfügbarkeit des betroffenen Systems gewährleisten.


Gut gesichert in die Zukunft

Zuverlässige und schnelle Datensicherung sind Grundvoraussetzung zur Bewahrung der 'Business Continuity' in Unternehmen. Angesichts der wachsenden Herausforderungen im Storage-Bereich stehen IT-Manager vor der Aufgabe eine nachhaltige und sichere Strategie zu finden – die gleichzeitig flexibel genug ist, mit den sich ändernden Anforderungen Schritt zu halten. Es gilt, aus den auf dem Markt vorhandenen technischen Möglichkeiten gezielt auszusuchen und einzusetzen. Dabei ist wichtig, dass nicht nur die Hardware stimmt, sondern vor allem auch das Management und alle am Datensicherungsprozess Beteiligten die Strategie kennen und entsprechend unterstützen.


Quellen

IDC, Storage Outlook Breakfast Briefing
Taneja Group, Field Adoption Report – Disk-Based Backup and Restore
SNIA, The Dictionary of Storage Networking Terminology

02/2007, Thomas Störr



Thomas Störr ist Sales Director Central Europe bei Overland Storage


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