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Die wichtigsten Fragen zu DITA

 DITA (Darwin Information Typing Architecture) ist eine Informationsarchitektur auf Basis
von XML. DITA erfindet das Rad nicht neu, sondern setzt vielmehr Standards für bekannte
Strukturierungsanforderungen. Bestechend bei dieser Architektur ist die klare Ausrichtung
auf eine Strukturierungstechnik, die sich in der Online-Dokumentation seit vielen Jahren
bewährt hat. Basis dieser Technik ist die Aufteilung des Inhalts in Bausteine, genannt
Topics. Heute gilt diese Strukturierungstechnik als idealer Ansatz für die Organisation
umfangreicher Inhalte. Wie bei allem Neuem gibt es auch zu DITA viele Fragen.
Wie kam es zu DITA?
DITA wurde von IBM entwickelt und steht heute als Open-Source-Architektur zur Verfügung.
Im Mai 2005 wurde DITA V1.0 als Standard von OASIS (Organization for the Advancement of
Structured Information Standards) verabschiedet.
Mittlerweile gibt es eine große DITA-Gemeinde. Immer mehr Hersteller von
Dokumentationswerkzeugen unterstützen DITA. Einige Firmen setzen heute schon DITA ein,
unter anderem Adobe, Boeing, IBM und Nokia.
Was ist das Besondere an DITA?
Der Topic-orientierte Ansatz und die flexiblen Spezialisierungsmöglichkeiten zeichnen DITA
gegenüber vergleichbaren Architekturen wie DocBook aus.
Was ist ein Topic?
Topics sind in sich geschlossene, möglichst kontextunabhängige Inhaltsblöcke. Ein
einfaches Beispiel für ein Topic ist eine Begriffserklärung. Wenn eine Begriffserklärung
als eigenständiges Topic organisiert ist, kann sie an allen Stellen, an denen der Beg-riff
vorkommt, (wieder)verwendet werden.
Die Idee, Inhalte in Topics aufzuteilen, stammt aus der Onlinehilfe-Welt. Topics sollen
klein genug sein, um flexibel verwendet werden zu können. Andererseits dürfen sie nicht zu
klein werden, damit die Effizienz auf Autorenseite nicht leidet.
Wie sieht ein DITA Topic aus?
DITA Topics haben eine Überschrift (title) und einen Inhalt (body) und sind in der Regel
von einem speziellen Informationstyp.
Was bedeutet Typisierung?
Typisierung bedeutet, den Inhalt nach bestimmten Kriterien in verschiedenen Kategorien
einzuteilen. Zum Beispiel kann unterschieden werden, ob der Inhalt eine Erklärung oder
eine Anleitung ist. Das Finden von geeigneten Informationstypen ist keine einfache
Aufgabe. Eine seit über 10 Jahren bekannte Technik ist das Klassenkonzept von Prof. Sissi
Closs, mit dem auf Basis der Informationstypen systematisch und effizient ein
Konzeptrahmen erstellt werden kann.
Für die gängigen Inhaltskategorien in der Onlinehilfe wie Schrittanleitungen,
Beschreibungen, Glossareinträge und Feldhilfen haben sich im Laufe der Jahre geeignete
Topic-Typen etabliert. DITA greift diese auf und bietet neben dem generischen Topic die
Grundtypen Concept, Reference und Task.
Was bringt die topic-orientierte Strukturierung?
Gegenüber einer starren Kapitelstruktur eignet sich die Topic-Struktur besser zur
Wiederverwendung, vorausgesetzt die Topic-Einteilung wird richtig gemacht.
Welche Vorteile hat die Typisierung?
Statt jedes Topic einzeln zu planen, genügt es, für jeden Informationstyp ein Konzept
auszuarbeiten. Dieses wird dann konsistent für jedes Topic des Typs umgesetzt. Damit ist
die Erstellungsseite systematisch organisiert und die Nutzerseite findet sich dank der
Konsistenz leichter zurecht.
Wie kann aus Topics zusammenhängender Inhalt entstehen?
DITA bietet mehrere Möglichkeiten, aus einzelnen Topics Inhalte zusammenzustellen.
In einer DITA Map werden Topics wie in einem Inhaltsverzeichnis zusammengestellt, nur die
Vorgehensweise unterscheidet sich. Das herkömmliche Inhaltsverzeichnis wird in der Regel
nach dem Erstellen des Dokuments aus den Überschriften im Dokument generiert, während die
DITA Map zur Generierung des Dokuments dient.
Topics können auch ineinander verschachtelt werden, um größere zusammenhängende
Inhaltsblöcke zu bilden. Um die Mehrfachverwendung des Topic-Inhalts nicht zu
beeinträchtigen, darf die Verschachtelung allerdings nur außerhalb des body Bereichs
erfolgen. Die Verschachtelung definiert die Reihenfolge und Hierarchie der beteiligten
Topics.
Eine weitere Möglichkeit, Inhalte zu kombinieren bietet der con-ref Mechanismus, der aus
SGML bereits bekannt ist.
Ein Element kann entweder im selben Topic oder in einem separaten Topic durch den Inhalt
eines anderen Elements ersetzt werden. Jedes Element mit einer ID kann über den conref
Mechanismus wiederverwendet werden, auch über Dateigrenzen hinweg. Allerdings darf nur
äquivalenter Inhalt eingefügt werden. Passen die Elementtypen nicht zusammen, wird die
Ersetzung nicht vorgenommen.
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01/2007, Prof. Sissi Closs

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