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MoReq2


MoReq, die "Model Requirements for the Management of Electronic Records", finden immer
mehr Verbreitung und Anerkennung. Die von der Europäischen Kommission im Rahmen des
IDA-Projektes geförderte und vom DLM-Forum erstellte
Richtlinie definiert nicht nur den Umfang von Records Management sondern auch die
angrenzenden Themenbereiche. Derzeit ist MoReq in sieben Sprachen verfügbar. Die
Spezifikation kann auch von der PROJECT CONSULT Webseite heruntergeladen werden.
Inzwischen gewinnt die Fortführung und Erweiterung von MoReq in Gestalt von MoReq2 Form.
Dabei geht es nicht nur um funktionale Erweiterungen sondern besonders um die
Nachweisfähigkeit und Zertifizierung der Implementierung von MoReq in Softwareprodukten.
Wesentliche Neuheiten in MoReq2 werden sein:
- Schaffung einer flexibleren Struktur
Berücksichtigung nationaler Anforderungen,
Erweiterung des Funktionenkataloges (Ergänzungen),
Definition optionaler Komponenten für unterschiedliche Umgebungen und Anforderungen
(Ergänzungen und Verschiebungen in der Struktur)
- Erweiterung des Basismoduls
Zugriffsverwaltung (Ergänzungen),
Aufbewahrungsfirsten und Vernichtung (Ergänzungen),
Export, Übertragung und Dokumentenaustausch (Ergänzungen; teilweise neu),
langfristige Bewahrung (Ergänzungen),
konkretere Fassung und Beschreibung der Metadaten (Ergänzungen).
- Schaffung neuer optionaler Module
Content-Management-.Systeme (neu),
Verwaltung nichtelektronischer Aufzeichnungen und Hybridsysteme (vorhanden, wird zu
optional verschoben),
Workflow (vorhanden, wird erweitert und verschoben) und Vorgangs-/Fallbearbeitung (neu)
Dokumentenmanagement und Collaboration (vorhanden, wird verschoben)
Kryptographie, Verschlüsselung, Wasserzeichen, Digital Rights Management (vorhanden, teils
neu, wird verschoben)
Interoperabilität und Offenheit (vorhanden)
dezentrale Systeme (neu)
- Entwicklung eines MoReq Compliance Tests
Beurteilung von Produkten (neu)
Entwicklung von standardisierten Testskripten (neu)
Unterstützung einheitlicher MoReq-Compliance-Evaluierungen durch Tests (DLM Forum,
DLM-Network EEIG)
Die Veröffentlichung der neuen MoReq2 Spezifikation soll bereits Anfang 2007 erfolgen.
PROJECT CONSULT Kommentar
Mit MoReq steht ein europäischer "Quasi-Standard" für Dokumenten- und Records-Management
zur Verfügung. Inzwischen hat sich das Public Records Office (PRO) in England mit PRO2
sehr stark an MoReq angelehnt.
Die Überarbeitung von NOARK in Norwegen wird sich ebenso
an MoReq orientieren wie die SEL-GED-Standards des Staates Luxemburg. MoReq ist dabei
nicht nur auf den öffentlichen Sektor ausgerichtet sondern in allen Branchen anwendbar.
Selbst wenn man keine vollständige MoReq-Implementierung beabsichtigt, ist die
Spezifikation ein hilfreiches Dokument zur Konkretisierung der eigenen Anforderungen. Mit
der Schaffung einheitlicher Prüfkriterien und der Zertifizierbarkeit wird sich die
Bedeutung von MoReq noch erhöhen. Dies wird automatisch auch zu der Frage führen, welche
Bedeutung nationale Zertifizierungsbestrebungen zukünftig haben werden, die von MoReq
abweichende Konzepte verfolgen.
Aus Sicht der international tätigen ECM-Anbieter ist ein
einheitlicher Standard in Europa mehr als wünschenswert, damit nicht für jedes Land eine
"Sonderlocke" programmiert werden muss. Nur eine weite Verbreitung eines Standards
rechtfertigt bei den Anbietern die Umsetzung in einem Standardprodukt. Daher wird von
vielen Anbietern die Weiterentwicklung von MoReq mit großem Interesse verfolgt.
Das
vorgestellte Erweiterungsprogramm für MoReq2 wurde bereits in 2005 vom DLM Forum
verabschiedet.
Quelle: Ausgabe 20060331 des PROJECT CONSULT Newsletters, ISSN 1439-0809.08/2006, Dr. Ulrich Kampffmeyer

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