Hybride Archivierung: Mausklick statt Aktenberge

DruckversionAls E-Mail versendenZum Magazin-Forum

Pläne, Belege, schriftliche Verträge: Bedrucktes Papier füllt massenhaft Regale und Lagerräume in Unternehmen. Ein enormer Verwaltungsaufwand und Kostenfaktor. Diese Form der Aufbewahrung birgt zudem ein großes Risiko: Bei einem Brand gehen unersetzliche Geschäftspapiere verloren. Elektronische Archive dagegen sparen Platz und erleichtern den täglichen Umgang – in Verbindung mit langlebigen Mikrofilmen sichern sie die Informationen sogar fast bis in die Ewigkeit...

Ordner voller Verträge, Skizzen, Belege oder Baupläne häufen sich in allen Unternehmen – und Tag für Tag werden es mehr. Denn auch im digitalen Zeitalter von Computer und Hightech liegen die meisten Geschäftsdokumente immer noch nur in Papierform vor: vom einfachen Tankbeleg bis zum Originalvertrag mit Kundenunterschrift. Unterlagen, die abgeheftet und aufbewahrt werden müssen, um sie täglich oder auch erst nach Jahren erneut einsehen zu können. Ein enormer Verwaltungsaufwand – ganz abgesehen von den Kosten, die für die Aufbewahrung in Büroräumen und Lagern entstehen.

Dokumente in Papierform sind aber nicht nur unpraktisch, sie bergen auch ein enormes Verlustrisiko. Durch einen Brand kann die gesamte Geschäftsgrundlage eines Unternehmens in Form von Kundenverträgen oder Bauskizzen zerstört werden Viele Geschäftsführer sind sich dieser Gefahren gar nicht bewusst und wissen z.B. auch nicht, dass sie u.U. für den Datenverlust persönlich haften. Zusätzlich haben mehrere Richtlinien, wie etwa der Sarbanes-Oxley-Act (SOX) oder das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), die Haftbarmachung von Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfern im Unternehmen in den letzten Jahren deutlich erleichtert. U.a. sind die Geschäftsleitungen verpflichtet, Aussagen über die Risikostruktur im Unternehmen zu machen.


Verlustrisiko beim täglichen Umgang

Risiken birgt auch schon der tägliche Umgang mit den Akten: Immer dann, wenn ein Dokument an seinem Aufbewahrungsort entnommen wird, um es einzusehen, an Dritte weiterzugeben oder z.B. zu kopieren, besteht die Gefahr, dass es nicht wieder zurückgelegt wird. Damit ist es für jede weitere Nutzung verloren. Ein weiteres Problem für viele Unternehmen: Liegt das gesamte Kapital einer Firma nur in Form von Akten – z.B. Kundenverträgen oder Infrastrukturplänen – vor, ist es fast unmöglich, dieses lückenlos gegenüber den Teilhabern, dem Gesetzgeber oder einem Kreditinstitut, nachzuweisen. Genau das aber fordern u.a. die Kreditvergabekriterien nach Basel II.

Wesentlich sicherer und einfacher wird der Umgang mit Originaldokumenten, wenn diese digital archiviert werden. Ein solches elektronisches Archiv hat den Vorteil, dass Dokumente täglich schnell und überall abrufbar sind und beliebig oft weiter gereicht werden können, ohne sie zu verlieren. Werden die Dokumente zusätzlich auf Mikrofilm archiviert, sind sie gleichzeitig für einen langen Zeitraum geschützt. Denn Filme bleiben im Unterscheid zu elektronischen Daten noch in 500 Jahren lesbar, wenn man sie vor Brand und Diebstahl schützt. Sie sind zudem fälschungssicher und damit auch die einzige wirklich rechtssichere Archivierungsform.


Inhalt von 1.000 Aktenordnern auf einer DVD

Die RT Reprotechnik.de GmbH gehört zu den wenigen Anbietern, die die Erstellung eines elektronischen Archivs und eines Archivs auf Mikrofilm in einem Vorgang ermöglichen, und zwar auf Basis eines einzigen Scans. Dieses so genannte "hybride" Verfahren reduziert die Kosten um mehr als die Hälfte gegenüber herkömmlichen Belichtungsverfahren für Mikrofilme. Und es schont wertvolle Originaldokumente, die nur einmal als Vorlage zur Hand genommen werden müssen.

Für den täglichen Umgang mit den Akten ist das elektronische Archiv ideal. Die RT-Datenträger sind selbsttragend, d.h. die zur Nutzung des Archivs notwendige Software ist auf dem Datenträger installiert. Die DVDs lassen sich also ganz einfach auf jedem beliebigen Rechner starten und einsehen, ohne dass zuvor ein Programm installiert werden musste. Die Suche nach einem bestimmten Dokument ist zudem per OCR-Texterkennung über Schlagworte möglich – sogar quer über mehrere Datenträger hinweg. Auf diese Weise reicht ein Mausklick und der Beleg erscheint auf dem Bildschirm. Die Zeiten in denen Aktenordner aus dem Regal genommen werden mussten, um die Dokumente mühsam einzeln durchzublättern, gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

Der Inhalt von bis zu 1.000 Aktenordnern lässt sich auf einer einzigen DVD sichern. Die Ordnerstruktur ist dabei dem Kundenwunsch angepasst und kann z.B. auch dem bestehenden Aktenordnersystem per eingescannter Ordnerlaschen nachempfunden werden. Da die Datenbank als XML-Format aufbereitet ist, kann der Kunde zudem alle Daten in das eigene System integrieren. Vorgänge, die auf dem PC erstellt wurden, und das dazu gehörige Originaldokument liegen in Zukunft direkt nebeneinander. Am Ende einer Archivierung können die Papierdokumente dann bedenkenlos vernichtet werden und das Unternehmen wird von einer enormen Last befreit.


Unternehmenskapital dokumentieren

Die Vorteile der hybriden Archivierung machte sich auch die PrimaCom AG, ein bedeutender privater Kabelnetzbetreiber mit Sitz in Mainz, zunutze. Den Inhalt von insgesamt 5.000 Ordnern ließ das Unternehmen, das rund eine Millionen Kunden in ganz Deutschland zählt, archivieren. Ein großer Teil davon waren Kundenverträge, deren Inhalte nun erstmals im Kundenbetreuungssystem abgebildet werden können. Aber auch Pläne und Zeichnungen der Infrastruktur, die vor bis zu 20 Jahren errichtet wurde, ließ PrimaCom digitalisieren. Diese Infrastruktur ist das Kapital des Unternehmens. Die Sicherung der Geschäftsgrundlage stand hier daher im Fokus. Ein angenehmer Nebeneffekt: PrimaCom kann in Zukunft allen Servicetechnikern deutschlandweit jede Unterlage elektronisch schnell zur Verfügung stellen, damit Störungen und Schäden schnell behoben werden.

Für den Transport der Kundendokumente in die Archivierungszentrale nach Dresden sorgt RT mit einem bundesweiten Kurierdienst. Fünfundfünfzig Fahrzeuge an siebenundzwanzig Standorten sind täglich unterwegs. Wenn es einmal schnell gehen muss, werden die Dokumente aber auch einfach vor Ort in einer der Niederlassungen gescannt und dann digital nach Dresden geschickt, wo sie als DVD und Filme aufbereitet werden. Im Falle sehr vertraulicher Dokumente ist es sogar möglich, direkt beim Auftraggeber zu scannen – so dass die Unterlagen die Büroräume gar nicht erst verlassen.

08/2006, Petra Wallasch



Petra Wallasch ist Geschäftsführerin der RT Reprotechnik GmbH mit Sitz in Leipzig. Das auf Vervielfältigungen aller Art spezialisierte Leipziger Unternehmen gehört bundesweit zu den Top3 der Branche.


Kommentare zu diesem Beitrag 


Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nichts und bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter.
Ihre E-Mail Adresse:  
RSS-Feed: Alle News aktuellUnsere News auf Ihrer Website

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Erfassung durch Dienstleister
Mit Dienstleistern, die sich auf die Erfassung von Dokumenten spezialisiert haben, steht dem Anwender eine Alternative zum Kauf und Betrieb einer eigenen Dokumentenerfassungslösung zur Verfügung...
MoReq2
MoReq, die "Model Requirements for the Management of Electronic Records", finden immer mehr Verbreitung und Anerkennung. Die von der Europäischen Kommission geförderte und vom DLM-Forum erstellte Richtlinie definiert...
Interview mit DocuWare AG-Vorstand Jürgen Biffar zum Thema E-Mail-Archivierung
Die Archivierung von E-Mails gilt aktuell als eines der Hype-Themen der IT-Branche. Jürgen Biffar, Vorstand der DocuWare AG, verrät welchen Lösungsansatz er in punkto Archivierung empfiehlt...
Das elektronische Archiv: Nur Teil einer GDPdU-Lösung
Viele DMS-Hersteller werden dazu verleitete, ihre Lösungen als GDPdU-konform anzupreisen. Doch was steckt eigentlich dahinter...
ECM-Systemmigration
Migration kann viele Ursachen haben: Wechsel von alten auf modernere Speichersysteme, Wechsel von führenden Anwendungen, Wegfall von Support-Dienstleistungen und Fusionen sind nur einige Punkte...

Beiträge aus anderen Themenbereichen

Praxis: Neue, mehrsprachige Konzernwebsite – von Livelink WCMS auf RedDot
Im Zuge der Ausgliederung aus dem MAN-Konzern suchte die manroland AG ein CMS und einen erfahrenen Dienstleister für die Umsetzung ihrer neuen, internationalen Webpräsenz. edicos überzeugte mit tiefgehender CMS-Expertise...
In fünf Schritten zur passenden BI-Lösung
Für viele Unternehmen ist eine BI-Lösung unverzichtbare Basis zentraler Geschäftsentscheidungen. Dabei kann BI vieles sein: von der einfachen Excel-Auswertung bis hin zur hochkomplexen IT-Lösung...
CRM Service - Strategischer Erfolgsfaktor mit hohen Nettorenditen
Aufgrund hoher Nettorenditen sind exzellente After-Sales-Services für den Maschinen- und Anlagenbau ein strategischer Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb...

Sponsored Links

Lack, Leder und Latex
Das Content Management PortalDas Dokumenten Management PortalDas IT-Security PortalDas Customer Relationship Management PortalDas E-Commerce PortalDas Enterprise Resource Planning PortalPortal für VoIP und mobile KommunikationDas Magazin für IT im KrankenhausDas Verzeichnis für IT-Profis
homeimpressumerklärung zum datenschutz - privacy policykontaktwerbung

Schnellsuche